Vom ersten Lallen bis zum ersten echten Wort: Wann Babys und Kinder zu sprechen beginnen, welche Phasen es gibt und wie du die Sprachentwicklung deines Kindes liebevoll unterstützen kannst.
Die meisten Kinder sprechen ihr erstes richtiges Wort rund um den ersten Geburtstag, also zwischen dem 10. und 14. Lebensmonat. „Richtig" bedeutet hier: ein Wort, das das Kind bewusst und wiederholt für dieselbe Sache verwendet, etwa „Mama", „Papa" oder „Ball".
Wichtig ist aber: Die Spanne, in der das völlig normal ist, ist sehr groß. Manche Babys sagen mit zehn Monaten ihr erstes Wort, andere Kinder erst mit achtzehn Monaten, und beides liegt im normalen Rahmen. Jedes Kind entwickelt seine Sprache in seinem eigenen Tempo.
Und noch etwas ist entscheidend: Lange bevor ein Kind spricht, versteht es schon sehr viel. Das Sprachverständnis kommt immer vor der eigenen Sprache. Genau in dieser Phase, in der das Kind schon versteht, sich aber noch nicht in Worten ausdrücken kann, entsteht oft Frust auf beiden Seiten.
Die Sprachentwicklung verläuft bei fast allen Kindern in ähnlichen Phasen, nur eben in unterschiedlichem Tempo. Diese Übersicht hilft dir einzuordnen, wo dein Kind gerade steht:
| Alter | Was in dieser Phase passiert |
|---|---|
| 0 bis 6 Monate | Erste Laute, Gurren und Lallen. Das Baby experimentiert mit der Stimme und reagiert auf Ansprache. |
| 6 bis 12 Monate | Silbenketten wie „dadada" oder „mamama". Das Baby versteht erste Wörter und einfache Aufforderungen. |
| 12 bis 18 Monate | Erste echte Wörter mit Bedeutung. Der Wortschatz wächst langsam, oft auf 10 bis 50 Wörter. |
| 18 bis 24 Monate | Wortschatzexplosion und erste Zwei-Wort-Sätze wie „Mama da" oder „mehr Milch". |
| 2 bis 3 Jahre | Das Kind bildet kurze Sätze, stellt Fragen und der Wortschatz wächst täglich. |
Gut zu wissen: Diese Zeitangaben sind Durchschnittswerte. Wenn dein Kind in einer Phase etwas früher oder später dran ist, ist das in aller Regel kein Grund zur Sorge.
„Mama" und „Papa" gehören zu den ersten Wörtern, die Kinder bewusst verwenden, meist zwischen dem 8. und 14. Monat. Schon vorher übt dein Baby diese Laute beim Lallen („mamama", „papapa"), allerdings zunächst ohne sie gezielt mit dir oder dem Papa zu verbinden.
Der Moment, in dem dein Kind „Mama" sagt und dabei wirklich dich meint, kommt also etwas später als das erste zufällige „mamama". Beide Eltern dürfen entspannt bleiben: Ob „Mama" oder „Papa" zuerst kommt, hat nichts mit Vorlieben zu tun, sondern damit, welche Laute motorisch leichter zu bilden sind.
Du musst dein Kind nicht „trainieren". Sprache lernt es von ganz allein, indem es dir zuhört und mit dir in Kontakt ist. Trotzdem gibt es einfache Dinge, die die Sprachentwicklung im Alltag unterstützen:
Begleite den Alltag mit Worten: beim Wickeln, beim Anziehen, beim Spaziergang. Benenne, was ihr seht und tut. Dein Kind saugt diese Sprache auf, lange bevor es sie selbst nutzt.
Reagiere auf die Laute deines Babys, als wäre es ein echtes Gespräch. Diese kleinen „Dialoge" sind wertvolles Sprachtraining, auch wenn sie noch aus Lauten bestehen.
In der Phase, in der dein Kind schon versteht, aber noch nicht sprechen kann, helfen einfache Handzeichen. Mit Babygebärden kann dein Baby dir zeigen, was es braucht, etwa „Milch", „mehr" oder „müde", und erlebt früh, dass Kommunikation funktioniert.
Viele Eltern fürchten, dass Handzeichen das Sprechen hinauszögern könnten. Die Forschung der US-Entwicklungspsychologinnen Dr. Linda Acredolo und Dr. Susan Goodwyn deutet auf das Gegenteil hin: Babys, die ab etwa dem sechsten Monat mit Gebärden kommunizieren, haben es später beim Sprechen oft leichter, nicht schwerer.
Der Grund liegt nahe. Schon ab dem sechsten Monat kann sich ein gebärdendes Baby genauer mitteilen, als es das mit bloßen Lauten könnte. Es nutzt die Zeichen als Ersatz für Wörter, die es noch nicht aussprechen kann. Diese Erfahrungen prägen die frühe Kommunikation auf mehreren Ebenen:
Wichtig zur Einordnung: Babygebärden helfen deinem Baby in den Monaten bis zum ersten Wort. Sobald ein Kind ein Wort selbst aussprechen kann, lässt es die zugehörige Gebärde ganz von allein wieder weg.
Mehr darüber, wie dein Baby sich schon ab dem 6. Monat mitteilen kann, erfährst du auf unserer Seite zu Babygebärden.
Babygebärden entdeckenManche Kinder sprechen deutlich später als andere, das allein ist noch kein Grund zur Sorge. Von einem „Late Talker" spricht man, wenn ein Kind mit 24 Monaten weniger als etwa 50 Wörter spricht und noch keine Wortkombinationen bildet. Auch dann holen viele Kinder von selbst auf.
Wenn du dir unsicher bist, ob die Sprachentwicklung deines Kindes im normalen Rahmen liegt, ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt die richtige Anlaufstelle. Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird die Sprache ohnehin im Blick behalten. Vertraue auf dein Gefühl. Wenn du den Eindruck hast, dass etwas nicht stimmt, sprich es an.
Die meisten Kinder sprechen ihr erstes bewusstes Wort rund um den ersten Geburtstag, zwischen dem 10. und 14. Monat. Die normale Spanne ist aber groß. Manche fangen früher an, andere erst mit 18 Monaten.
Bewusst meist zwischen dem 8. und 14. Monat. Die Laute „mamama" übt dein Baby schon vorher beim Lallen, ohne sie gezielt mit dir zu verbinden.
Oft ja. Die Spanne der normalen Sprachentwicklung ist sehr groß und viele Kinder holen von selbst auf. Wenn du unsicher bist, sprich es bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an.
Ja, ganz nebenbei: viel und deutlich sprechen, den Alltag mit Worten begleiten, auf die Laute deines Kindes reagieren und mit Handzeichen kommunizieren. Trainieren musst du dein Kind aber nicht.
Untersuchungen zeigen, dass Babys, die gebärden, oft früher anfangen zu sprechen. Die Erfahrung, verstanden zu werden, motiviert sie, auch die gesprochene Sprache zu lernen. Die Gebärden helfen in der Zeit bis zum ersten gesprochenen Wort.
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