Wann macht mein Baby die ersten Schritte, was kommt davor und wie kannst du dein Kind dabei unterstützen? Hier findest du alle wichtigen Antworten zum großen Meilenstein Laufen.
Die meisten Babys machen ihre ersten freien Schritte zwischen dem 11. und 15. Monat. Die normale Spanne ist allerdings sehr groß. Manche Kinder laufen schon mit neun Monaten, andere lassen sich bis zum 18. Monat Zeit. Beides ist völlig normal.
Bevor dein Baby frei läuft, durchläuft es eine ganze Reihe von Vorstufen: Es zieht sich hoch, läuft an Möbeln entlang, geht an der Hand und probiert irgendwann den ersten freien Schritt. Jede dieser Phasen kräftigt die Beinmuskulatur, schult das Gleichgewicht und gibt deinem Baby Sicherheit.
Wichtig zu wissen: Laufen lernen ist kein Wettkampf. Ob dein Kind früher oder später läuft, sagt nichts über seine Intelligenz oder spätere Entwicklung aus. Manche Kinder konzentrieren sich erst auf Sprache oder Feinmotorik, bevor sie die Beine in Bewegung setzen.
Laufen kommt nicht plötzlich, sondern als Folge vieler kleiner Entwicklungsschritte. So sieht der typische Weg aus:
| Alter | Was typischerweise passiert |
|---|---|
| 6 bis 9 Monate | Das Baby kann sitzen und beginnt sich an Möbeln hochzuziehen. |
| 9 bis 11 Monate | Es steht mit Festhalten und läuft an Möbeln entlang (Möbellaufen). |
| 10 bis 12 Monate | Erste Schritte an der Hand, das Baby übt das Gleichgewicht. |
| 11 bis 15 Monate | Die ersten freien Schritte. Anfangs noch wackelig und mit häufigem Hinfallen. |
| 14 bis 18 Monate | Sicheres Laufen, das Kind kann anhalten, sich umdrehen und Spielzeug tragen. |
Gut zu wissen: Es gibt keine richtige Reihenfolge, an die sich dein Baby halten muss. Manche Kinder lassen das Krabbeln aus und ziehen direkt zum Laufen weiter. Andere robben monatelang und stehen plötzlich auf. Beides ist normal.
Nein, das Laufen muss man Kindern nicht beibringen. Sie lernen es von ganz allein, sobald ihr Körper bereit ist. Die Beinmuskulatur, das Gleichgewicht und die Koordination entwickeln sich in den Monaten davor durch Krabbeln, Stehen und Möbellaufen.
Wenn du dein Baby aktiv zum Laufen bringst, etwa indem du es an beiden Händen vorwärts ziehst, hat das oft den gegenteiligen Effekt. Das Kind verlässt sich auf die Unterstützung und übt das eigene Gleichgewicht weniger. Lass dein Baby in seinem Tempo entdecken, wann es so weit ist.
Du musst dein Baby nicht trainieren. Aber du kannst eine Umgebung schaffen, in der es seine neuen Fähigkeiten gut ausprobieren kann:
Solange dein Baby zu Hause läuft, ist barfuß die beste Wahl. Schuhe braucht es in der Wohnung nicht. Beim Barfußlaufen spürt dein Baby den Boden, kräftigt die Fußmuskulatur und lernt die Füße natürlich einzusetzen. Genau dafür sind Babyfüße gemacht.
Schuhe werden erst dann nötig, wenn dein Kind draußen sicher läuft, also nicht mehr nur ein paar Schritte macht, sondern längere Strecken bewältigt. Vorher reichen Krabbelschuhe aus weichem Leder, die den Fuß warm halten, aber nicht einengen.
Beim Schuhkauf gilt: weiche Sohle, biegsames Material, gut passende Größe. Steife Schuhe oder solche mit dicken Sohlen sind in der Anfangszeit ungünstig, weil sie das Fußgefühl einschränken.
Tipp: Lass die Füße auch im ersten und zweiten Lebensjahr regelmäßig vermessen. Babyfüße wachsen schnell, und ein zu kleiner Schuh kann die Entwicklung der Füße beeinträchtigen.
Hier muss man zwei Dinge unterscheiden, die oft verwechselt werden:
Das sind sitzartige Gestelle, in die das Baby gehängt wird und mit denen es sich am Boden abstoßen kann. Davon raten Hebammen und Kinderärztinnen ab. Das Baby steht oft auf den Zehenspitzen, bewegt sich unnatürlich und überspringt wichtige Lernschritte. Außerdem sind sie unfallträchtig, weil das Kind schnell wird, ohne lenken zu können. In einigen Ländern sind sie sogar verboten.
Das sind Wagen oder Karren, die das Baby vor sich her schiebt, während es selbst läuft. Diese sind weniger umstritten, weil das Kind dabei selbst aufrecht steht und das Gleichgewicht trainiert. Wichtig: Der Wagen muss stabil und schwer genug sein, damit er beim Loslassen nicht wegrollt. Sonst kippt das Kind nach vorne.
Ganz wichtig: Lauflernwagen ersetzen nicht das freie Laufenlernen. Sie können eine Unterstützung sein, aber dein Baby sollte mindestens genauso viel Zeit ohne Hilfsmittel auf dem Boden verbringen.
Wenn dein Baby mit 14 oder 15 Monaten noch nicht frei läuft, ist das in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Die normale Spanne reicht bis etwa zum 18. Monat. Häufige Gründe für späteres Laufen:
Dein Kind ist ein eher vorsichtiger Typ, der erst alles genau beobachtet, bevor es etwas Neues ausprobiert. Es konzentriert sich gerade auf eine andere Entwicklung, etwa Sprache oder Feinmotorik. Oder es ist mit dem Krabbeln so schnell, dass es schlicht noch keinen Grund sieht, auf zwei Beine zu wechseln.
Auch dickere Babys laufen oft etwas später, weil sie mehr Gewicht balancieren müssen. Genauso wie Kinder, die wenig Zeit auf dem Boden hatten.
Wann zur Ärztin oder zum Arzt? Wenn dein Kind mit etwa 18 Monaten noch nicht frei läuft, nicht mit Festhalten stehen kann oder eine deutliche Schwäche oder Unsicherheit auf einer Seite zeigt, sprich das bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an.
In der Phase, in der dein Kind laufen lernt, ist es typischerweise zwischen 11 und 18 Monaten alt. Sprechen tun viele Kinder in diesem Alter aber noch kaum. Das erste richtige Wort kommt oft erst zwischen dem 12. und 18. Monat, manche Kinder sprechen sogar erst mit zwei Jahren ihre ersten Sätze.
Gerade in dieser Phase, in der dein Kind die Welt mobil erobert, aber noch nicht in Worten ausdrücken kann, was es erlebt, sind Babygebärden Gold wert. Dein Kind kann dir mit den Händen zeigen, was es entdeckt, möchte oder braucht. Das reduziert Frust auf beiden Seiten.
Wie sich dein Kind mit den Händen mitteilen kann, bis die Worte kommen, erfährst du auf unserer Seite zu Babygebärden.
Babygebärden entdeckenDie meisten Babys machen ihre ersten freien Schritte zwischen dem 11. und 15. Monat. Die normale Spanne reicht aber von etwa 9 bis 18 Monaten. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo.
In den meisten Fällen nicht. Die normale Spanne reicht bis etwa zum 18. Monat. Wenn dein Kind sich an Möbeln entlang bewegt und an der Hand läuft, ist es auf einem guten Weg. Bei Unsicherheit sprich es bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an.
Nein. Laufen lernt dein Baby von ganz allein, sobald die Muskulatur und das Gleichgewicht bereit sind. Wenn du es zu sehr an den Händen führst, übt es das eigene Gleichgewicht weniger. Lass es in seinem Tempo entdecken.
Schuhe braucht dein Baby erst, wenn es draußen sicher läuft. In der Wohnung ist barfuß ideal, weil dein Kind dabei den Boden spürt und die Fußmuskulatur kräftigt. Für draußen reichen am Anfang weiche Krabbelschuhe.
Nein. Hebammen und Kinderärztinnen raten von sitzartigen Lauflernhilfen ab. Das Baby steht darin oft unnatürlich auf den Zehenspitzen, überspringt Lernschritte und kann sich verletzen. Schiebewagen sind die bessere Alternative, ersetzen aber das freie Üben nicht.
Zuerst zieht sich dein Baby an Möbeln hoch und steht mit Festhalten. Dann läuft es an Möbeln entlang (Möbellaufen) und geht an einer Hand. Erst danach kommen die ersten freien Schritte. Jede Phase ist wichtig für die nächste.
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