Ab wann laufen Babys? Von den ersten Schritten bis zum sicheren Gehen

Wann macht mein Baby die ersten Schritte, was kommt davor und wie kannst du dein Kind dabei unterstützen? Hier findest du alle wichtigen Antworten zum großen Meilenstein Laufen.

Baby macht seine ersten Schritte
Veröffentlicht am 30. Mai 2026
Ein Ratgeber von Eva Möller Thema: Babyentwicklung Lesezeit ca. 7 Min.

Der ÜberblickAb wann laufen Babys?

Die meisten Babys machen ihre ersten freien Schritte zwischen dem 11. und 15. Monat. Die normale Spanne ist allerdings sehr groß. Manche Kinder laufen schon mit neun Monaten, andere lassen sich bis zum 18. Monat Zeit. Beides ist völlig normal.

Bevor dein Baby frei läuft, durchläuft es eine ganze Reihe von Vorstufen: Es zieht sich hoch, läuft an Möbeln entlang, geht an der Hand und probiert irgendwann den ersten freien Schritt. Jede dieser Phasen kräftigt die Beinmuskulatur, schult das Gleichgewicht und gibt deinem Baby Sicherheit.

Wichtig zu wissen: Laufen lernen ist kein Wettkampf. Ob dein Kind früher oder später läuft, sagt nichts über seine Intelligenz oder spätere Entwicklung aus. Manche Kinder konzentrieren sich erst auf Sprache oder Feinmotorik, bevor sie die Beine in Bewegung setzen.

Schritt für SchrittDie Phasen vom Stehen bis zum freien Laufen

Laufen kommt nicht plötzlich, sondern als Folge vieler kleiner Entwicklungsschritte. So sieht der typische Weg aus:

AlterWas typischerweise passiert
6 bis 9 MonateDas Baby kann sitzen und beginnt sich an Möbeln hochzuziehen.
9 bis 11 MonateEs steht mit Festhalten und läuft an Möbeln entlang (Möbellaufen).
10 bis 12 MonateErste Schritte an der Hand, das Baby übt das Gleichgewicht.
11 bis 15 MonateDie ersten freien Schritte. Anfangs noch wackelig und mit häufigem Hinfallen.
14 bis 18 MonateSicheres Laufen, das Kind kann anhalten, sich umdrehen und Spielzeug tragen.

Gut zu wissen: Es gibt keine richtige Reihenfolge, an die sich dein Baby halten muss. Manche Kinder lassen das Krabbeln aus und ziehen direkt zum Laufen weiter. Andere robben monatelang und stehen plötzlich auf. Beides ist normal.

Die wichtigste FrageSoll ich meinem Baby das Laufen beibringen?

Nein, das Laufen muss man Kindern nicht beibringen. Sie lernen es von ganz allein, sobald ihr Körper bereit ist. Die Beinmuskulatur, das Gleichgewicht und die Koordination entwickeln sich in den Monaten davor durch Krabbeln, Stehen und Möbellaufen.

Wenn du dein Baby aktiv zum Laufen bringst, etwa indem du es an beiden Händen vorwärts ziehst, hat das oft den gegenteiligen Effekt. Das Kind verlässt sich auf die Unterstützung und übt das eigene Gleichgewicht weniger. Lass dein Baby in seinem Tempo entdecken, wann es so weit ist.

So hilfst du mitWie du dein Baby beim Laufen lernen unterstützt

Du musst dein Baby nicht trainieren. Aber du kannst eine Umgebung schaffen, in der es seine neuen Fähigkeiten gut ausprobieren kann:

Sichere Möbelroute
Stelle Sofa, Sessel und Couchtisch so, dass dein Baby sich von Möbel zu Möbel hangeln kann. Das Möbellaufen ist die wichtigste Vorstufe.
Barfuß auf dem Boden
In der Wohnung läuft dein Baby am besten barfuß oder mit rutschfesten Socken. So spürt es den Boden und kann die Füße aktiv einsetzen.
Anreize schaffen
Lege Spielzeug etwas außerhalb der Reichweite, sodass dein Baby motiviert ist, sich aufzurichten und weiterzubewegen.
Geduld haben
Wenn dein Baby hinfällt, reagiere ruhig. Es lernt aus jeder Erfahrung. Aufgeregtes Trösten kann es sogar verunsichern.

Schuhe oder nicht?Barfuß oder Schuhe: was ist besser?

Solange dein Baby zu Hause läuft, ist barfuß die beste Wahl. Schuhe braucht es in der Wohnung nicht. Beim Barfußlaufen spürt dein Baby den Boden, kräftigt die Fußmuskulatur und lernt die Füße natürlich einzusetzen. Genau dafür sind Babyfüße gemacht.

Schuhe werden erst dann nötig, wenn dein Kind draußen sicher läuft, also nicht mehr nur ein paar Schritte macht, sondern längere Strecken bewältigt. Vorher reichen Krabbelschuhe aus weichem Leder, die den Fuß warm halten, aber nicht einengen.

Beim Schuhkauf gilt: weiche Sohle, biegsames Material, gut passende Größe. Steife Schuhe oder solche mit dicken Sohlen sind in der Anfangszeit ungünstig, weil sie das Fußgefühl einschränken.

Tipp: Lass die Füße auch im ersten und zweiten Lebensjahr regelmäßig vermessen. Babyfüße wachsen schnell, und ein zu kleiner Schuh kann die Entwicklung der Füße beeinträchtigen.

Pro und ContraLauflernhilfen und Lauflernwagen: Ja oder Nein?

Hier muss man zwei Dinge unterscheiden, die oft verwechselt werden:

Lauflernhilfen (Gehfrei)

Das sind sitzartige Gestelle, in die das Baby gehängt wird und mit denen es sich am Boden abstoßen kann. Davon raten Hebammen und Kinderärztinnen ab. Das Baby steht oft auf den Zehenspitzen, bewegt sich unnatürlich und überspringt wichtige Lernschritte. Außerdem sind sie unfallträchtig, weil das Kind schnell wird, ohne lenken zu können. In einigen Ländern sind sie sogar verboten.

Lauflernwagen (zum Schieben)

Das sind Wagen oder Karren, die das Baby vor sich her schiebt, während es selbst läuft. Diese sind weniger umstritten, weil das Kind dabei selbst aufrecht steht und das Gleichgewicht trainiert. Wichtig: Der Wagen muss stabil und schwer genug sein, damit er beim Loslassen nicht wegrollt. Sonst kippt das Kind nach vorne.

Ganz wichtig: Lauflernwagen ersetzen nicht das freie Laufenlernen. Sie können eine Unterstützung sein, aber dein Baby sollte mindestens genauso viel Zeit ohne Hilfsmittel auf dem Boden verbringen.

Wenn es länger dauertMein Baby läuft noch nicht: woran kann das liegen?

Wenn dein Baby mit 14 oder 15 Monaten noch nicht frei läuft, ist das in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Die normale Spanne reicht bis etwa zum 18. Monat. Häufige Gründe für späteres Laufen:

Dein Kind ist ein eher vorsichtiger Typ, der erst alles genau beobachtet, bevor es etwas Neues ausprobiert. Es konzentriert sich gerade auf eine andere Entwicklung, etwa Sprache oder Feinmotorik. Oder es ist mit dem Krabbeln so schnell, dass es schlicht noch keinen Grund sieht, auf zwei Beine zu wechseln.

Auch dickere Babys laufen oft etwas später, weil sie mehr Gewicht balancieren müssen. Genauso wie Kinder, die wenig Zeit auf dem Boden hatten.

Wann zur Ärztin oder zum Arzt? Wenn dein Kind mit etwa 18 Monaten noch nicht frei läuft, nicht mit Festhalten stehen kann oder eine deutliche Schwäche oder Unsicherheit auf einer Seite zeigt, sprich das bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an.

Auch das passiert jetztWenn dein Kind läuft, fehlen oft noch die Worte

In der Phase, in der dein Kind laufen lernt, ist es typischerweise zwischen 11 und 18 Monaten alt. Sprechen tun viele Kinder in diesem Alter aber noch kaum. Das erste richtige Wort kommt oft erst zwischen dem 12. und 18. Monat, manche Kinder sprechen sogar erst mit zwei Jahren ihre ersten Sätze.

Gerade in dieser Phase, in der dein Kind die Welt mobil erobert, aber noch nicht in Worten ausdrücken kann, was es erlebt, sind Babygebärden Gold wert. Dein Kind kann dir mit den Händen zeigen, was es entdeckt, möchte oder braucht. Das reduziert Frust auf beiden Seiten.

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Wie sich dein Kind mit den Händen mitteilen kann, bis die Worte kommen, erfährst du auf unserer Seite zu Babygebärden.

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Noch Fragen?Häufige Fragen zum Laufen lernen

Ab wann laufen Babys frei?

Die meisten Babys machen ihre ersten freien Schritte zwischen dem 11. und 15. Monat. Die normale Spanne reicht aber von etwa 9 bis 18 Monaten. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo.

Mein Kind ist 16 Monate und läuft noch nicht. Ist das schlimm?

In den meisten Fällen nicht. Die normale Spanne reicht bis etwa zum 18. Monat. Wenn dein Kind sich an Möbeln entlang bewegt und an der Hand läuft, ist es auf einem guten Weg. Bei Unsicherheit sprich es bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an.

Soll ich meinem Baby die ersten Schritte beibringen?

Nein. Laufen lernt dein Baby von ganz allein, sobald die Muskulatur und das Gleichgewicht bereit sind. Wenn du es zu sehr an den Händen führst, übt es das eigene Gleichgewicht weniger. Lass es in seinem Tempo entdecken.

Ab wann braucht mein Baby Schuhe?

Schuhe braucht dein Baby erst, wenn es draußen sicher läuft. In der Wohnung ist barfuß ideal, weil dein Kind dabei den Boden spürt und die Fußmuskulatur kräftigt. Für draußen reichen am Anfang weiche Krabbelschuhe.

Sind Lauflernhilfen (Gehfrei) sinnvoll?

Nein. Hebammen und Kinderärztinnen raten von sitzartigen Lauflernhilfen ab. Das Baby steht darin oft unnatürlich auf den Zehenspitzen, überspringt Lernschritte und kann sich verletzen. Schiebewagen sind die bessere Alternative, ersetzen aber das freie Üben nicht.

Was kommt vor den ersten Schritten?

Zuerst zieht sich dein Baby an Möbeln hoch und steht mit Festhalten. Dann läuft es an Möbeln entlang (Möbellaufen) und geht an einer Hand. Erst danach kommen die ersten freien Schritte. Jede Phase ist wichtig für die nächste.

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