Wann fängt mein Baby an zu krabbeln, was kommt davor und wie kannst du dein Baby dabei unterstützen? Hier findest du alle wichtigen Antworten zu einem der spannendsten Meilensteine im ersten Jahr.
Die meisten Babys fangen zwischen dem 7. und 10. Monat an, sich krabbelnd fortzubewegen. Manche schaffen das schon mit sechs Monaten, andere lassen sich bis zum elften oder zwölften Monat Zeit. Manche Babys lassen das Krabbeln sogar ganz aus und ziehen direkt zum Aufstehen und Laufen weiter. Alles davon ist normal.
Krabbeln ist viel mehr als nur eine niedliche Bewegung. Dein Baby trainiert dabei seine Rumpf-, Arm- und Beinmuskulatur, lernt das Gleichgewicht zu halten und übt die Koordination zwischen beiden Körperhälften. Außerdem hilft das Krabbeln dabei, räumliches Sehen zu entwickeln und Tiefenwahrnehmung zu schulen.
Vor dem klassischen Krabbeln auf Händen und Knien probieren die meisten Babys andere Fortbewegungsarten aus: Sie rollen, robben auf dem Bauch oder ziehen sich mit den Armen vorwärts. Das gehört zum Lernen dazu.
Schritt für SchrittKrabbeln kommt nicht plötzlich, sondern als Ergebnis vieler kleiner Vorstufen. So sieht der typische Weg aus:
| Alter | Was typischerweise passiert |
|---|---|
| 4 bis 6 Monate | Das Baby stützt sich in Bauchlage auf die Unterarme und hebt Kopf und Brust. |
| 6 bis 8 Monate | Erste Robbversuche. Das Baby zieht sich mit den Armen voran oder schiebt sich rückwärts. |
| 7 bis 9 Monate | Das Baby kommt in den Vierfüßlerstand und schaukelt vor und zurück, um Kraft aufzubauen. |
| 8 bis 10 Monate | Das klassische Krabbeln auf Händen und Knien beginnt, anfangs noch wackelig. |
| 9 bis 12 Monate | Das Baby krabbelt sicher, schnell und gezielt durch die Wohnung. |
Gut zu wissen: Manche Babys krabbeln zuerst rückwärts, weil die Arme stärker sind als die Beine. Andere robben auf dem Bauch wie ein Soldat, wieder andere bewegen sich seitlich. All das sind ganz normale Varianten.
Viele Eltern sind unsicher, ob ihr Baby schon „richtig" krabbelt oder „nur" robbt. Beides ist wertvoll, aber es gibt einen klaren Unterschied:
Beim Robben liegt dein Baby mit dem Bauch auf dem Boden und zieht sich mit den Armen vorwärts oder schiebt sich mit den Beinen ab. Das Robben ist meist die erste eigenständige Fortbewegung und kommt typischerweise zwischen dem 6. und 8. Monat. Robben ist ein wichtiger Schritt, weil dein Baby dabei lernt, sich gezielt zu einem Ziel hinzubewegen.
Beim klassischen Krabbeln stützt sich dein Baby auf Hände und Knie und bewegt sich im Wechsel vorwärts. Der Bauch berührt den Boden nicht mehr. Diese Bewegung erfordert deutlich mehr Kraft und Koordination als das Robben und kommt meist zwischen dem 8. und 10. Monat.
Manche Babys entwickeln eigene Varianten. Beim Bärengang stützen sie sich auf Hände und Füße statt auf die Knie, was lustig aussieht, aber völlig normal ist. Andere setzen sich hin und rutschen auf dem Po vorwärts. Auch das zählt als Fortbewegung und ist kein Grund zur Sorge.
So hilfst du mitKrabbeln lässt sich nicht antrainieren. Aber du kannst die Voraussetzungen schaffen, damit dein Baby es entdecken kann:
Was du nicht tun solltest: Stelle dein Baby nicht in den Vierfüßlerstand und schiebe es auch nicht vorwärts. Krabbeln muss dein Baby selbst erkunden, sonst überspringt es wichtige Lernschritte.
Wenn dein Baby mit zehn oder elf Monaten noch nicht klassisch krabbelt, ist das in den allermeisten Fällen kein Grund zur Sorge. Einige Möglichkeiten:
Dein Baby hat eine andere Fortbewegung entwickelt, etwa Po-Rutschen, Robben oder den Bärengang. Solange es sich gezielt von A nach B bewegen kann, ist das in Ordnung. Auch überspringen manche Babys das Krabbeln komplett und ziehen sich stattdessen hoch, um direkt zum Stehen und Laufen überzugehen.
Manchmal liegt es an wenig Zeit auf dem Boden oder daran, dass das Baby viel getragen wird. Auch dickere Babys tun sich beim Krabbeln oft etwas schwerer, weil sie mehr Gewicht bewegen müssen.
Wann zur Ärztin oder zum Arzt? Wenn dein Baby mit zwölf Monaten überhaupt keine Fortbewegung zeigt, nicht aus eigener Kraft sitzen kann oder eine deutliche Asymmetrie hat (eine Seite wird klar bevorzugt), sprich das bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an.
Sobald dein Baby sich aktiv fortbewegen kann, verändert sich euer Alltag schlagartig. Was eben noch außer Reichweite lag, ist plötzlich erreichbar. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Wohnung kindersicher zu machen:
Steckdosen sichern, Treppen mit Treppenschutzgittern abriegeln und Türen, hinter denen Gefahren lauern, schließen. Die Küche, das Bad und Räume mit Kabeln oder kleinen Gegenständen sind besondere Risiken.
Gehe einmal selbst auf alle Viere und schau dich um. Du siehst Kabel, Kleinteile, scharfe Möbelecken und Pflanzen, die du sonst übersiehst. Genau das sieht dein Baby auch und greift danach.
Münzen, Knöpfe, Nüsse, Batterien und Magnete sind die häufigsten Verschluck-Gefahren. Ein kurzer Bodencheck vor jedem Krabbeln gehört jetzt zur Routine.
Knopfbatterien und Magnete sind besonders gefährlich, weil sie im Körper schwere Verletzungen verursachen können. Bewahre sie unzugänglich auf.
Zwischen dem 7. und 10. Monat, also genau in der Krabbel-Phase, wird auch die Kommunikation deines Babys spannend. Es versteht immer mehr Worte, zeigt auf Dinge, plappert in Silbenketten und probiert die ersten richtigen Laute. Sprechen wird es allerdings noch eine Weile nicht, oft erst zwischen dem ersten und zweiten Geburtstag.
Genau in dieser Phase, in der dein Baby beweglich wird und seinen Willen entdeckt, aber noch nicht in Worten ausdrücken kann, was es will, sind Babygebärden ein echtes Geschenk. Mit einfachen Handzeichen kann dein Baby dir zeigen, ob es Milch möchte, müde ist oder mehr Spielzeit braucht.
Wie sich dein Baby ab dem 6. Monat mit den Händen mitteilen kann, erfährst du auf unserer Seite zu Babygebärden.
Babygebärden entdeckenDie meisten Babys krabbeln zwischen dem 7. und 10. Monat. Manche fangen schon mit sechs Monaten an, andere lassen sich bis zum elften Monat Zeit. Auch das Auslassen des Krabbelns kommt vor und ist normal.
Ja, das ist sogar typisch. Die Armmuskulatur ist meist früher kräftig als die Beinmuskulatur. Dein Baby schiebt sich dann erst nach hinten, bevor es lernt, vorwärts zu krabbeln. Die richtige Richtung kommt von selbst.
Beim Robben liegt der Bauch noch am Boden und das Baby zieht sich mit den Armen vorwärts. Beim Krabbeln stützt sich dein Baby auf Hände und Knie, der Bauch hängt frei in der Luft. Robben kommt meist mit 6 bis 8 Monaten, Krabbeln mit 8 bis 10 Monaten.
In den meisten Fällen nicht, vor allem wenn dein Baby sich auf andere Weise fortbewegt (robben, rollen, Po-Rutschen). Manche Babys überspringen das Krabbeln auch ganz und gehen direkt zum Aufstehen und Laufen über. Bei Unsicherheit sprich es bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an.
Vor allem mit viel Bauchlage und Zeit auf dem Boden. Lege ein Lieblingsspielzeug knapp außerhalb der Reichweite, damit dein Baby motiviert ist, sich hinzubewegen. Schiebe es aber nicht selbst, das Krabbeln muss es eigenständig entdecken.
Nein. Manche Babys ziehen sich direkt an Möbeln hoch und gehen zum Stehen und Laufen über. Solange dein Baby insgesamt Fortschritte macht und die Rumpf- und Beinmuskulatur trainiert, ist das kein Problem.
Du möchtest mit deinem Baby kommunizieren, bevor es spricht? Die Babyzeichensprache-Lernkarten zeigen dir 136 einfache Handzeichen zum Ausdrucken und gemeinsamen Üben.
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